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Es fing Alles ganz harmlos an. Auf einem gemütlichen Spaziergang im Herbst sah ich plötzlich eine Katzendame am Rand liegen. War sie krank oder verletzt?
Als Kavalier musste ich das natürlich näher inspizieren…

OK, sie bewegte sich – alles in Ordnung. Nichts ahnend wollte ich meinen Spaziergang fortsetzten, da wurde ich von der heißen Mietze doch tatsächlich angebaggert! Glück muss man haben! Miauuu.

Was hat denn die Fotografin hier zu suchen? Geh weg! Du störst – siehst du das nicht?
Menschen – merken nicht wann sie überflüssig sind.

Zufrieden? Jetzt hast du die Mieze verscheucht.
Zum Glück für dich habe ich jetzt keine Zeit zum Streiten.
Aus dem Weg! Ich muss doch der Kleinen hinterher!

Hoppla – na wenn das keine eindeutige Einladung ist!
Nimm doch mal den Fotoaparat runter – noch nie was von Privatsphäre gehört?

Immer schön zärtlich sein – nicht dass ich mir noch Ärger einhandle.

Also manchmal können Menschen echt nerven…

Katzen sind ja von Natur aus neugierig – vorallem wenn sie einen Balkon zur Verfügung haben, von dem aus sie dem Nachbarn ungestört ins Wohnzimmer schauen können….
Der kleine Weg der zwischen den Häusern entlangführt bietet auch Stoff für Unterhaltung, vorallem wenn wieder ein paar Kinder versuchen die Katze dazu zu bewegen doch noch herunter zu springen und sich kraulen zu lassen.

Diesmal scheint sich allerdings nichts Interessantes zu tun. Sowohl der Blick nach links als auch der Blick nach rechts liefern keine besonderen Eindrücke. Der Nachbar ist ofensichtlich auch nicht daheim und die einzige Abwechslung könnte vom Dosenöffner kommen, der aber offensichtlich nur daran interessiert ist mit dieser blöden Kamera herumzuspielen.
Ist doch klar, dass ich mich als Katze langweile. Aber ich will mal nicht so sein – jetzt höre ich schon zum xten Mal, dass ich endlich herschauen soll. Ja, ja, ich bin ja nicht schwerhörig. Na gut, wenn es dich glücklich macht; aber dann spielen wir – abgemacht?
Es gibt unglaublich viele streunende Katzen in Istanbul. Obwohl diese Tiere ein hartes Los gezogen haben, sehen viele von Ihnen äußerst gepflegt aus. Das kommt daher, weil einige Istanbuler ‘ihre’ Straßenkatze regelmäßig füttern und es den Tieren so ermöglichen, Zeit für eine ausreichende Fellpflege zu haben.
Die Katze auf dem Foto links hatte das Glück in der Nähe des großen Bazars zu leben. Dieses Foto entstand vor einem Hofeingang, der zu einer der zahlreichen Moscheen führte. Die Katze war ausgesprochen zutraulich und selbstbewußt und den Menschen in der Gegend gut bekannt. Die Männer die im Sommer auf der Straße saßen und sich unterhielten kannten sie ebenso wie der Straßenkehrer, der jeden Tag vorbei kam. Jeder wollte mit ihr spielen und ihr etwas zu fressen geben. Inwiefern in Milch getunktes Weißbrot für Katzen geeignet ist, sei mal dahin gestellt, aber ab und zu gab es auch Fleichreste und die sicherlich reichlich vorhandenen Mäuse und Ratten rundeten den Speiseplan ab.
Als ich mit meiner großen Kamera ankam, war es an der Katze neugierig zu sein. Sie benahm sich so, als ob sie schon immer als Fotomodell gearbeitet hätte, rollte sich vor mir auf einer kleinen Grünfläche, posierte artig auf der Straße, versteckte sich im Gras – es schien der Katze genau so viel Spaß zu bereiten wie mir. Die kleinen Portionen Katzenfutter die es dazwischen immer wieder gab (schließlich wollte ich mein Supermodell bei Laune halten) wurden gerne angenommen. Ich wollte gar nicht glauben eine frei lebende Straßenkatze vor mir zu haben, aber die Leute die rund um mich herum standen (es hatte sich natürlich innerhalb kürzester Zeit ein kleiner Menschenauflauf um die verrückte ‘Touristin’ gebildet die in Istanbul nichts besseres zu tun hatte als Straßenkatzen zu fotografieren) versicherten mir, dass die Katze zu niemandem gehörte.
Dieses Foto war das letzte Foto dass ich von ihr gemacht hatte, bevor ich schweren Herzens Abschied nahm. Am liebsten hätte ich sie mit nach Hause genommen, aber ob ich der Katze damit einen Gefallen getan hätte? Wahrscheinlich nicht.
Dieses Foto ist mein Lieblingsfoto aus dem Buch KatzenZeit. Es ist der deutliche Beweis, dass Katzen enge Freundschaften schließen können. Entstanden ist das Foto an einem kalten Frühlingsmorgen in Istanbul, in der Nähe des Großen Bazars. Dort gibt es, vor einer kleinen zentral gelegenen Moschee, einen Platz an dem ein alter Mann Straßenkatzen pflegt.
Der Platz vor der Moschee ist ein beliebter Treffpunkt. Vor den Gebetszeiten versammeln sich die Männer (meist mittleren Alters) um auf den Ruf des Muezzins zu warten, nach den Gebetstreffen wird noch ein wenig geplaudert. Fliegende Händler bieten Uhren oder Taschen an und Teeverkäufer sorgen dafür, dass die Kehle nicht zu trocken wird. Hin und wieder kommt ein Gebäckverkäufer vorbei und bietet seine Spezialitäten an – diese kleinen Leckerbissen versorgen einen wieder mit neuer Energie für das nächste Schooting.
Die hungrigen Katzen sind bereit alles zu fressen, was essbar ist; um mein gerade erstandenes frisches und ofenwarmes Börek zu schützen, hatte ich klugerweise einen großen Sack Trockenfutter mitgenommen.
Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass ich meine Fotomodelle nach einer kurzen Fotositzung mit reichlich Futter belohne; deshalb war ich bald von vierbeinigen Freiwilligen umgeben, die bereitwillig für mich posierten. Das Pärchen links war besonders ausdauernd. Ich finde, man kann die Vorfreude über die bevorstehende gemeinsame Mahlzeit schon sehen.
Tags: Istanbul
Herzlich willkommen zum KatzenZeit Blog!
Der Blog ist für all diejenigen, die Fragen rund ums Thema ‘Katze’ haben und sich gerne kompetenten Rat holen möchten. Selbstverständlich freue ich mich auch über nette Katzen Geschichten oder Kommentare.
Mit meinem Buch “KatzenZeit” habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und hoffe, dass dadurch vielleicht der Eine oder die Andere auch ein Freund dieser faszinierenden Geschöpfe wird. Katzen haben mich seit frühester Kindheit begleitet und obwohl ich zur Zeit leider katzenlos leben muss, warten jeden Morgen zwischen fünf und sieben herrenlose Straßenkatzen auf mich und hoffen auf ein nahrhaftes Frühstück. Die monatlichen Futterkosten sind jedenfalls höher als je zuvor…
Vielleicht hat sich auch schon jemand das Buch “KatzenZeit” gekauft und noch ein oder mehrer Fragen? Nur zu: dieser Blog ist das richtige Medium, um Antworten zu bekommen!
Ich freue mich auf einen regen Austausch – schnurrrr.
